Was verstehen wir unter 'Template'

Was meinen wir, wenn wir von ‚Template' sprechen?
Eine kurze Einführung zum besseren Verständnis

T. Gloag Terry Gloag, BA Oxon (Physik, Universität Oxford), ist seit vielen Jahren international als Dozent und Berater tätig. Er beschäftigt sich mit der Philosophie, der praktischen Umsetzung und der Promotion des Template Netzwerks.

Weil im Topaz Magazin häufiger vom „Template Netzwerk" die Rede ist und einzelne Artikel sich immer wieder auf den Begriff „Template" beziehen, wollen wir in dieser dritten Ausgabe diesen Begriff näher beleuchten. Da der Begriff „Template" Ergebnisse jahrelanger Arbeit des Template-Netzwerks zusammenfasst, kann dieser Artikel nur eine kurze Einführung sein.

Alles, was der Mensch herstellt, und alles, was wir in der Natur vorfinden, hat seine „Template", seinen spezifischen Bauplan. Der Samen enthält den Bauplan des zukünftigen Grashalms oder Baums, ähnlich wie das neue Gebäude vom Bauplan des Architekten abhängt. Kein Ding existiert ohne einen solchen fundamentalen Bauplan, der seinen Charakter, seine Gestalt, seinen Daseinszweck vorzeichnet.

„Template" ist ein englischer Begriff, dem Sie vielleicht schon einmal in einem Computerprogramm begegnet sind. Man kann ihn definieren als „Muster für eine neue Gestalt oder Gestaltung". Auch ein DNA-Molekül ist eine „Template", die in der Zelle als Bauplan, Kodierung oder Gestaltungsvorlage für das Leben wirkt.

In einem kürzlich ausgestrahlten Radio-Interview über die Situation der Frauen in Afghanistan wies eine Frau leidenschaftlich darauf hin, dass es notwendig sei, eine neue „Template" von Menschenrechten für Frauen in vielen Teil der Welt auszuarbeiten. Werte der westlichen Welt könnten anderen Ländern dieser Welt nicht einfach übergestülpt werden. Ein anderes Beispiel: In England wurde kürzlich über eine neue „Template" für die Kindererziehung diskutiert.

Der Begriff „Template" bezeichnet also eine Gestaltungsvorlage für verschiedene Dinge, an der sie gemessen werden können. Diese Vorlage bestimmt den Gehalt und die Gestalt dieser Dinge.

In den philosophischen Verständnissen des Template Netzwerks gewinnt dieser Begriff nun für alles Leben eine sehr tiefe, fundamentale Bedeutung.

In diesem Sinne ist auch der Mensch nach einer Template, nach einem Muster gebaut, welches für alle Menschen das gleiche ist. Die menschliche Template in ihrer Einzigartigkeit eröffnet und beinhaltet die Möglichkeiten der Kreativität, der Wahlfreiheit, der Selbstbestimmung und des Bewusstseins. Sie begründet die Möglichkeit jedes Einzelnen, in seiner eigenen, einzigartigen Weise seine Einsichten, Kunstfertigkeiten und Fähigkeiten weiter und höher zu entwicklen. Diese Entwicklungsmöglichkeiten stehen im Mittelpunkt der forschenden Pionierarbeit des Template Netzwerks. Es will diese noch nicht ausgeloteten und noch zu entwickelnden Möglichkeiten weiter entfalten und im Leben praktisch verwirklichen.

In den Artikeln, die Sie im Topaz Magazin lesen, berichten Mitglieder des Template Netzwerks von ihren Erfahrungen. Getragen ist diese Arbeit von der Überzeugung, dass die besondere menschliche Template Teil der großen Template der Schöpfung, des Schöpfungsentwurfs ist, der so wenig wie die menschliche Template fertig und abgeschlossen ist.

Die im Topaz Magazin vorgestellten Arbeitsergebnisse dokumentieren durch ihre Vielfalt und Einheit Möglichkeiten, wie menschliches Leben auch in unserer Zeit in hohem Maße gelingen kann. Nicht im Rahmen der sozialen und mentalen Programme des 21. Jahrhunderts, sondern auf der Basis neu begriffener menschlicher und zwischenmenschlicher Lebensformen.

Den Programmen des 21. Jahrhunderts liegen meistens konventionelle Templates zugrunde. Auf die Grundfragen des Lebens hat das 21. Jahrhundert im Gefolge der industriellen Revolution oft nur überkommene Antworten anzubieten. Sie liefern unbefriedigende Muster, nach denen Erziehung, Verhalten, Denken, das ganze menschliche Leben gelenkt werden sollen. Nichtsdestoweniger rühmen viele Leute unsere moderne Zivilisation als den Gipfel der menschlichen Entwicklung. Aber haben wir nicht mit dem 20. Jahrhundert die blutigsten hundert Jahre erlebt, die die Menschheitsgeschichte kennt?.

Chief Seattle„Das menschliche Geschlecht hat nicht das Gewebe des Lebens gewoben. Wir sind nur ein Faden darin. Was immer wir dem Gewebe antun, das tun wir uns selbst an. Alle Dinge hängen zusammen. Alle Dinge verbinden sich." Chief Seattle

Es stimmt schon, dass unser Leben durch eine hochentwickelte Technik und Technologien erleichtert wird; auch hat die medizinische Wissenschaft gelernt, einige tödliche Krankheiten in den Griff zu bekommen. Aber wie bewältigen wir die Krankheiten, die durch den Stress unserer unnatürlichen Lebensbedingungen verursacht werden? Und wie kommen wir mit den Zerstörungen durch Kriege und selbstverursachte Umweltkatastrophen zurecht?

Am Ende des Zweiten Weltkriegs lebten zwei Milliarden Menschen auf diesem Planeten, 1980 waren es fünf Milliarden und im Jahre 2032 sollen es neun Milliarden sein, in einem Menschenleben wird sich also die Weltbevölkerung mehr als vervierfacht haben (siehe Grafik). Im Laufe dieses dramatischen Bevölkerungswachstums hat die moderne Wissenschaft den Menschen ungeheure Mittel an die Hand gegeben, unsere Außen- und Innenwelt in einem Maße zu beeinflussen und zu verändern, wie es unsere Vorfahren für unmöglich gehalten hätten und in keiner Weise für wünschenswert.

Die moderne Wissenschaft versucht alles zu erklären, indem sie eine enge, nur auf den Menschen bezogene Sichtweise als höchstes Wahrheitskriterium einsetzt, und so haben viele Wissenschaftler ihre Überzeugung bekundet, dass Religion oder Spiritualität töricht und wirkungslos seien.

J.R.R. Tolkien„Tolkien glaubte, dass die modernen Zeiten der Welt ihre Geheimnisse geraubt haben, ihre Moralität und ihren Sinn. Am liebsten hätte Tolkien diese Zeiten ins Feuer zurückgeworfen, das sie geschmiedet hat. Darin liegt die Kraft dieses faszinierenden und beunruhigenden Buchs: Viele wünschen so halb und halb, dass es diesen Einen Ring, der uns alle umschließt, nie gegeben hätte, und beklagte die Tatsache, dass dies nicht mehr möglich ist." Andrew O'Hehir in einer Besprechung des Films „Der Herr der Ringe"

Obwohl also moderne Wissenschaft angeblich den Menschen in den Mittelpunkt stellt, reduziert sie ihn auf eine Nummer, auf ein zufälliges Ereignis im größeren Gesamtablauf der Dinge, ohne Sinn, höheren Zweck, Bedeutung oder Platz des menschlichen Lebens zu sehen.

„Beide, Watson und Crick, betonten, dass die Entschlüsselung der DNS von einer antireligiösen Absicht geleitet war. Sie wollten nachweisen, dass Vorstellungen einer von der Materie unabhängigen Lebensenergie falsch sind; Leben sei nichts Besonderes und die Vorstellung von Gott überflüssig." Bryan Appleyard, Sunday Times

Und so scheinen die Menschen heutzutage in wachsendem Maße gezwungen zu sein außerhalb ihrer selbst zu leben. Wie nie zuvor neigen sie dazu, sich quälenden Zweifeln und Frustrationen auszuliefern. Oft finden sie überhaupt keinen Halt mehr in sich selbst und angesichts einer Zukunft, die da bedrohlich heraufzieht, vor allem für ihre Kinder. Die Appelle einiger Leute, die tiefer sehen, scheinen zu verhallen.

Und die Frage stellt sich: Hat die Wissenschaft die Macht aus eigener Kraft die Folgen ihres Tuns in den Griff zu bekommen? Oder müssen nicht mehr und mehr Wissenschaftler zugeben, dass sie ihr Tun nicht eigentlich verstehen und die Konsequenzen ihres Herumexperimentierens nicht absehen können?
Einige angesehene Leute sagen, dass die Menschheit tatsächlich die Kontrolle verloren hat und völlig konfus auf verlorenem Posten steht.

„In einem technologischen Zeitalter gewinnen wir immer mehr Mittel um unsere Zwecke zu erreichen, und verlieren dabei die Gründe, warum wir diese Zwecke verfolgen sollten."Roger Scruton.

Der bedeutende Physiker Stephen Hawkins unterstützte bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen Al Gore wegen dessen Haltung zum Treibhauseffekt, zur globelen Erwärmung. Nach Hawkins ist die globale Erwärmung das absolut dringlichste Problem, mit dem die Menschheit im Moment konfrontiert ist. Es sei schon eine ironische Wendung der Dinge, wenn wegen einiger fehlerhafter Stimmzettel in Florida in naher Zukunft die Menschheit aussterben würde, weil der Planet ein toter Schwefelsäure-Sumpf geworden wäre wie die Venus.
James Lovelock, Verfasser des Buchs „Das Gaia-Prinzip", denkt, dass der intelligente Gaia-Planet, der Planet Erde, unter gewissen Umständen die menschliche Rasse einfach austilgen würde, nämlich wenn er sie als sinnlose Verschmutzung wahrnimmt.
Sogar Hollywood meldet sich zu Wort. Im Film „Matrix" wird einem der Helden vorgehalten, dass der Mensch ein Virus sei, eine parasitäre Lebensform, die ihren Lebensraum nur ausbeutet ohne etwas zurückzugeben.

Die Ereignisse des 11. September in Amerika bestätigen diese Sicht der Dinge. Verheerend haben sie sich auf das Seelenleben der Menschen ausgewirkt. Plötzlich erfassen wir, dass wir sehr verletzlich sind, unsere Gewissheiten sind zerstört, unsere Sicherheit ist in Frage gestellt. Noch nie sind wir so herausgefordert worden und stehen so unvorbereitet da.

„Wie zerbrechlich wir sind." Sting

Wie soll sich das Blatt wenden? Glauben wir wirklich, dass einige geringfügige Änderungen im laufenden Wisssenschaftsbetrieb oder freiwillige oder gesetzliche Beschränkungen einen großen Unterschied machen? Müssen wir nicht viel viel tiefer ansetzen?

Bei der Arbeit im Template-Netzwerk gehen wir von folgender Grundannahme aus: Wie sich heute ein einzelner Computer ins Internet, in ein riesiges Netz von Informationsquellen einschaltet, so kann der Mensch sich in das ungeheure Netz der Intelligenz einschalten, das die Schöpfung durchdringt.

Zusammenfassend einige Kerngedanken:

Dem Menschen ist, entsprechend seiner unerforschten, zukunftsoffenen Template, Seele und Geist gegeben mit wunderbaren, mannigfaltigen Möglichkeiten, die ihm erlauben, den Herausforderungen des Lebens und der Evolution mit hoher Anpassungsfähigkeit zu begegnen.
Der Mensch ist die höchste organische Lebensform auf diesem Planeten. Er ist nicht Produkt zufälliger Entwicklungen. Sein Bauplan ist intelligent und sinnvoll.
Die dem Menschen in all seiner Komplexität innewohnende Anlage von bisherigen und zukünftigen Möglichkeiten entspringt einem höheren Muster, der Template der Schöpfung. Diese schöpferischen Kräfte fördern den Menschen in seiner Entwicklung.

L. Wittgenstein„Wir fühlen, dass selbst, wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind." Ludwig Wittgenstein

Wir alle betreten diese Welt auf dem Weg, den unser menschlicher Template-Bauplan vorgibt. Wenn wir dann als Neugeborene hier ankommen, öffnen wir unsere Sinne und werden überflutet mit einer Vielfalt unbegreiflicher Töne, Lichter, Wahrnehmungen, Sinnesempfindungen und fangen sofort an, darin Sinn und Wirklichkeit zu suchen, um unser Leben leben zu können. So wird jedes Kind bewegt, die Template seiner natürlichen Anlagen zu entdecken und zu entfalten, die ihm ein persönliches, zufriedenstellendes Verstehen und Leben ermöglicht. Die Leidenschaft, seine Einzigartigkeit zu begründen, ist wohl das größte Geheimnis jeden Menschenlebens. In jedem wachen Moment unseres Lebens treibt diese Leidenschaft unser Bewusstsein, ins Unbekannte vorzudringen. Denn wir Menschen kennen unsere eigene Template nur erst bruchstückhaft.

Wir wissen wenig davon, welche Möglichkeiten in uns warten, wenn wir die Einschränkungen unserer Zivilisation erkannt und hinter uns gelassen haben. Es gibt noch so viel zu erkunden! Das Topaz Magazin versucht davon zu berichten, mit großem Respekt und Wertschätzung vor den außerordentlichen Möglichkeiten, die wir Menschen mitbekommen haben: unser Leben und unser Bewusstsein. Diese Geschenke verdanken wir der großen Template der Schöpfung jeden Tag unseres Lebens.

Terry Gloag